The Bureau: XCOM Declassified: Hangar 6 R&D | Kritik

Prequel-ception! Schon The Bureau: XCOM Declassified (Wertung: 6.0) spielte zeitlich vor Enemy Unknown. Der größte der drei DLCs für The Bureau, genannt Hangar 6 R&D, erzählt nun wiederum dessen Vorgeschichte. R&D, das steht für »Research and Development« beziehungsweise »Forschung und Entwicklung« auf Deutsch. Die einzige Entwicklung, die ich in Hangar 6 R&D jedoch ausmachen konnte, ist die ins Negative.

Die Story – schlimmer geht immer

In Hangar 6 R&D schlüpfen wir in die Rolle des Agenten Nico DaSilva, mit dem Fans des Hauptspiels bereits vertraut sind. Wir werden von Dr. Dresner, einem der leitenden Wissenschaftler des Bureaus, einbestellt, um an einer Reihe von Experimenten teilzunehmen. Konkret geht es darum, dass ein anderer Agent von einem Virus infiziert wurde, das – wie sich später herausstellt – von den Outsidern stammt. Wir sollen in seine Psyche eindringen und mehr über das Alien-Netzwerk namens Mosaic herausfinden.

Dr. Dresner redet gerne und viel. Im Hintergrund: Der infizierte Agent namens Subjekt 23, in dessen Verstand wir eindringen.

Wir erinnern uns: Auch im Hauptspiel fand ich die Story bereits weitestgehend langweilig, aber habe aufgrund der Entscheidungsfreiheit doch noch die eine oder andere Sympathie für sie entwickelt. Die Geschichte von Hangar 6 R&D wiederum ist einfach nur komplett an den Haaren herbeigezogener Quatsch, die nur aus einem Grund existiert: Es soll zwischen den unzähligen repetitiven Einsätzen der Eindruck entstehen, dass sich hier jemand tatsächlich etwas dabei gedacht hätte.

Wenig Licht, viel Schatten

Das bringt mich zu meinem größten Kritikpunkt: Die Missionen spielen sich extrem gleichförmig. Wir müssen jedes Mal einfach nur in einem sehr kleinen Areal alle Gegner umnieten, die in verschiedenen Wellen ankommen, und vielleicht hier und da mal eine Taste drücken. Das Ganze machen wir in zehn bis zwölf (so genau habe ich nicht mitgezählt) dieser Einsätze. Jedes. Verdammte. Mal. Selbst unser Protagonist meint an einer Stelle gegenüber Dr. Dresner: »Das kann nicht ihr Ernst sein! Noch ein Test?« Liebes Spiel, nur weil du dir der Tatsache bewusst bist, dass du hier gerade Schwachsinn fabrizierst, macht das die Sache nicht weniger schwachsinnig. Nach ungefähr zwei Stunden Spielzeit war ich heilfroh, dass endlich die Credits über den Bildschirm liefen. Und dann kostet der »Spaß« (in sehr großen Anführungszeichen) auch noch 4,50 € auf Steam!

Aber macht der DLC denn irgendetwas gut? Nun, so halb. Grundsätzlich finde ich das Kampfsystem von The Bureau immer noch solide, was auch der einzige Grund ist, warum hier eine meiner Ansicht nach noch gnädige 4.0 als Wertung steht. DaSilva kommt außerdem mit einer coolen und außerdem ziemlich starken Spezialfähigkeit daher: Wir können eine Mine auf unsere Gegner werfen und diese dann sofort detonieren lassen. Also wirklich sofort. Wir setzen die Markierung und das Teil geht hoch. Man sollte meinen, dass man eine Mine auch tatsächlich werfen müsste, bevor man sie zündet, aber das ist noch mein kleinster Kritikpunkt an Hangar 6 R&D. Unsere beiden Truppkameraden sind hingegen ziemlicher Standard.

Die Gegner leuchten seltsam – das passt zur Prämisse.

Bedingt durch den Umstand, dass wir nicht gegen »echte« Gegner kämpfen sondern nur gegen Halluzinationen (oder so), leuchten unsere Feinde an manchen Stellen und haben dämonenhafte Augen – das empfand ich als einen netten Touch. Weniger schön ist der Umstand, dass es bei mir zu starken Lags kam, als ich PhysX Particles & PhysX Cloth in den Grafikeinstellungen aktiviert hatte.

Spielzeit: 2 Stunden

Freier Videospielejournalist und Betreiber von ModuGames.net. Fokussiert auf Rollen-, Action- und Strategiespiele. Schreibt gerne und viel.

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