Batman: Arkham City: Harley Quinns Rache | Kritik

Rein logisch betrachtet ergibt es keinen Sinn mehr, eine separate Rezension für »Harley Quinns Rache« zu verfassen, denn der DLC lässt sich heutzutage überhaupt nicht mehr einzeln erwerben. Stattdessen bekommt ihr ihn direkt mitgeliefert, wenn ihr die Game of the Year Edition von Batman: Arkham City (Wertung: 9.0) kauft. Aber ich pfeife auf die Logik! Immerhin passt das auch zur namensgebenden Protagonistin des DLCs, denn die hat ebenfalls einige Probleme im Oberstübchen.

Achtung! Hier werden Teile des DLCs sowie das Ende des Hauptspiels gespoilert.

Rache wird am besten kalt serviert

Einige Zeit nach dem Ende des Hauptspiels ist Batman verschwunden. Sein Gehilfe Robin vermutet, dass sich der Dunkle Ritter in der Gewalt von Harley Quinn befindet und geht der Sache nach. Während er sich an die Rettung von Batman macht, erfahren wir spielerisch in einer Rückblende, wie dieser überhaupt erst in die brenzlige Situation gekommen ist. Letztendlich teilt sich die Spielzeit ziemlich gleichmäßig zwischen Batman und Robin auf, was ich durchaus bedauerlich gefunden habe. Batman ist super, keine Frage! Aber Robin kommt mit ein paar neuen Fähigkeiten daher, die ihn von seinem Mentor abheben und sehr spaßig sind.

Harley Quinn gelingt es doch tatsächlich, Batman zu schnappen.

Da wäre etwa der Kugelschild, mit dem wir nicht nur feindlichem Beschuss standhalten, sondern auch austretendes Gas abwehren können. Generell ist es auch einfach sehr unterhaltsam anzusehen, wie Robin Harley Quinns Schergen mit seinem Stab vermöbelt – gerne mehr davon! Von einer anderen Sache hätte der DLC jedoch weniger gut vertragen können: backtracking. Es gibt im Prinzip nur ein wirklich neues Gebäude, nämlich Quinns Hauptquartier, das wir mehrmals hoch- und runterlaufen, um den teilweise etwas zu repetitiven Aufgaben nachzugehen. Beispielsweise gilt es an einer Stelle, drei Informanten zu verhören – übrigens eine der wenigen Stellen, in der wir in der Open World unterwegs sind –, während wir später drei Bomben entschärfen müssen.

Robin spielt sich nicht großartig anders als Batman, hat aber ein paar eigene Kniffe auf Lager.

Die Geschichte, für deren Abschluss ich genau eine Stunde gebraucht habe, fühlt sich leider auch viel zu konsequenzlos an und lässt signifikante neue Entwicklungen vermissen. Und Harley selbst? Nun, sie trägt ein neues Outfit, um ihr Dasein als Witze zu unterstreichen. Sie ist jedoch dermaßen übertrieben geschrieben, dass es schwierig fällt, sie überhaupt erst zu nehmen, zumal sie und ihre Handlanger abseits der Zwischensequenzen absolut keine Bedrohung sind.

Fazit

Das Kerngameplay ist immer noch extrem spaßig und einmal Robin spielen zu dürfen, ist eine nette Abwechslung. Eine konsequenzlose Handlung und viel backtracking lassen diesen DLC jedoch unterwältigend wirken.

Plattform: Steam – Spielzeit: 1 Stunde

Freier Videospielejournalist und Betreiber von ModuGames.net. Fokussiert auf Rollen-, Action- und Strategiespiele. Schreibt gerne und viel.

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