Landwirtschafts-Simulator 2011: Klassiker der Landwirtschaft | Kritik

So faszinierend die modernen PS-Riesen mit ihrer High-Tech-Elektronik und irrsinnigem Fahrkomfort auch sein mögen: Es geht doch nichts über ein paar gute, alte Oldtimer. Mit dem DLC »Klassiker der Landwirtschaft« (im Steam Store einfach nur als »Classics« gelistet) halten einige legendäre Maschinen Einzug in den Landwirtschafts-Simulator 2011.

Viele Traktoren, nur ein Mähdrescher

Ganz grundsätzlich finde ich es erst einmal ganz großartig, dass die Entwickler von Giants Software endlich Oldtimer mit richtiger Lizenz ins Spiel bringen. In meiner Besprechung zum LS 2011 habe ich mich damals noch beschwert, dass die Entwickler für die alten Traktoren und Mähdrescher auf die fiktive Marke »Lizard« zurückgreifen. Insgesamt werden mit »Klassiker der Landwirtschaft« acht Traktoren hinzugefügt. Einer davon, den Güldner G40, gibt es optional auch noch mit Frontlader. Die meisten Traktoren liegen irgendwo zwischen 40 und 75 PS und haben keine Fronthydraulik, wodurch man mit ihnen nur sehr eingeschränkt arbeiten kann. Zum Glück gibt es auch noch den Schlüter 1500, der mit 150 PS und Fronthydraulik daherkommt. Der mächtige Schlepper kostet dabei auch nur 37.000 Euro, was ihn zu einem hervorragenden Deal für alle Spieler macht.

Mit dem Güldner G40 laden wir Dung in den Miststreuer.

In Sachen Mähdreschern hat es leider nur für einen Neuzugang gereicht: den Fahr M66. Mit seinen 54 PS und 1.500 Litern Korntankinhalt ist er der schlechteste Drescher im Spiel, aber Oldie-Fans werden sich dennoch darüber, dieses Stück Landtechnikgeschichte bewegen zu dürfen. Trotzdem hätte ich mir ein, zwei Mähdrescher mehr gewünscht, zum Beispiel von Class oder John Deere.

Spannende Ideen und ein großes Versäumnis

Ansonsten gibt es (fast) sind fast alle Standardgeräte im DLC vertreten: Ihr dürft euch auf einen neun Pflug, eine Sämaschine, einen Düngerstreuer sowie einen Anhänger freuen. Davon abgesehen gibt es noch einen Schwader, einen Zettkreisel, einen Miststreuer sowie ein Güllefass. Da es sich hierbei um alte Maschinen handelt, sind diese in Sachen Arbeitsbreite et cetera natürlich deutlich ineffektiver als ihre modernen Gegenstücke. Dementsprechend ist der DLC primär auch nur für Oldtimer-Fans interessant.

Mit dem einreihen Maishäcksler dauert die Arbeit zwar lange, aber immerhin dürfen wir direkt einen Anhänger mitnehmen.

Manche Spielmechaniken werden in »Klassiker der Landwirtschaft« jedoch anders umgesetzt. Mais ernten wir nun beispielsweise mit einem einreihigen Häcksler, den wir an unseren Traktor hängen können. An den besagten Häcksler können wir dann wiederum einen Anhänger ankoppeln. Damit erledigen wir also alle Arbeitsschritte mit einem einzigen Fahrzeug. Sehr cool! Gras mähen wir hingegen mit einem Mähbalken, der jedoch nicht, wie es eigentlich der Fall ist, unter dem Fahrzeug angebracht wird. Stattdessen hängen wir ihn an den Heckheber unseres Traktors – schade, aber verschmerzbar. Sehr spaßig ist hingegen der selbstfahrende Ladewagen.

Der selbstfahrende Ladewagen mag nicht unglaublich effektiv sein, ist aber eine spaßige Neuerung.

Mein größtes Problem mit »Klassiker der Landwirtschaft« ist jedoch das Fehlen einer Ballenpresse. Wer beispielsweise einen Hof nur aus alten Maschinen betreiben will, muss dennoch auf die modernen Krone-Ballenpressen aus dem Hauptspiel zurückgreifen, was einfach kein schönes Bild ergibt. Dabei gäbe es so viele schöne Ballenpressen, die man hätte lizensieren können!

Fazit

Prinzipiell guter DLC für Oldtimer-Fans, die nicht auf Effektivität bedacht sind. Das Fehlen einer Ballenpresse fällt jedoch negativ ins Gewicht, ebenso ist ein einziger Mähdrescher ziemlich mager.

Freier Videospielejournalist und Betreiber von ModuGames.net. Fokussiert auf Rollen-, Action- und Strategiespiele. Schreibt gerne und viel.

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